Vom Fröhlich sein Monatsspruch Februar 2026
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. Dtn 26,11
Wenn man nur kurz die Nachrichten schaut, kann man auch denken: Tja, fröhlich sein – leicht gesagt, aber wie soll ich es anstellen bei all den schlechten Nachrichten? Spaltung und Spannungen in den USA, Streit um Grönland, Venezuela, Nahost-Konflikt, Iran, Ukraine-Krieg, ökologische Krise, um die Wirtschaft steht es nicht gut… Wo soll das noch hinführen? Das fragen sich viele Menschen in Europa. Und in den USA herrscht ohnehin düstere Stimmung. Laut der letzten Umfragen glauben über 50% der Amerikaner, dass wir schon in der Endzeit leben oder zumindest sehr nah dran. Sie rechnen mit Kriegen, Gewalt, Pandemien und Naturkatastrophen in ungeahntem Ausmaß, ganz so, wie es die Johannesoffenbarung ihrer Meinung nach voraussagt. Da kann ich erstmal eine Entwarnung geben: Die Johannesoffenbarung wurde als eine Trostliteratur für die verfolgten Christen der Antike verfasst. Die dort geschilderten Katastrophen kündigen den Niedergang des Römischen Reiches an – und damit das Ende der damaligen Verfolgung. Sie beziehen sich nicht auf unsere Gegenwart. Die Offenbarung ist kein „Fahrplan“, sondern ein „Mutmach-Buch“. Die Welt war schon immer unsicher. Das ist nicht neu. Neu ist, dass es jetzt offenkundig geworden ist. Wir haben nicht die Sicherheit verloren, sondern unsere Illusionen.
Doch gerade dadurch erkennen wir, was wirklich zählt. Wir suchen keinen Trost mehr in falscher Sicherheit. Davon spricht auch die traditionelle Weisheitsliteratur: der Mensch soll jeden schönen Augenblick in seinem Leben genießen, denn er kann nicht wissen, was die Zukunft bringt (Prediger 3, 11-12 und 22). Und das bedeutet, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und sich in Dankbarkeit darüber zu freuen, was man Gutes hat – hier und jetzt, in diesem Lebensabschnitt, in diesem Augenblick. „Dankbarkeit“ ist kein Ignorieren des Leids, sondern ein Akt des Widerstands gegen die Angst. Dazu muss man für die schönen Momente offen bleiben, selbst wenn es Kleinigkeiten sein sollten. Solche Offenheit fängt mit der Frage an: Was hat mich in letzter Zeit erfreut, angenehm überrascht oder mich mit Dankbarkeit erfüllt? Was hat mir gut getan? Was hat mich getröstet?
Ihr Nikolaj Dušek